8½" Rezension

Clairmel / Hot Water Music-Split

Jetzt komm ich endlich mal dazu, die Kategorie Sonderformate aufzumachen. Hier in Form eines 8½zollers auf der sich Clairmel & Hot Water Music die Ehre geben. Schön, da kann ich die endlich mal wieder anhören. Das Format passt ja nicht in das 7zoll-Regal und bei den LP’s geht’s unter, weil die so klein ist und immer nach hinten rutscht, man weder Spine oder sonst was sieht.
Das Cover ist auf jeden Fall schon mal ein Hingucker. Auf strukturierterem (250g???) Papier gedruckt und in einer Art Leporello gefalzt, was schon in der Herstellung sehr aufwändig erscheint. So was druckt keine 08/15-Druckerei mal nebenbei. Die eigentliche Plattentasche hat links und rechts noch 2 „Flügel“, auf der einen Seite das jeweilige Band-Logo und auf der Rückseite die Songtexte der jeweiligen Beiträge. Laut Discogs hab ich mit meinem kackbraunen Vinyl die Erstauflage erwischt, von der wohl 2255 Stück in Umlauf gebracht worden. Kann gar nicht mehr sagen, wo ich die her hatte, denk mal eBay …
Nun zur Musik. Hot Water Music waren gerade noch recht am Beginn ihrer Karriere und waren somit noch viel rauher, als man das von den letzten Releases kennt. Gerade die Epitaph-Phase hat ja einiges glatt gebügelt. Hier geht’s noch schön holprig zur Sache, schätze mal so „Finding the Rhythms“-Zeit. HWM sind hierbei doch die besseren Texter: „I’m not alone when I sing that me and boys bring“. Groß! Oder „It’s not simple being simple“, kann ich auch ein Lied von singen.
Clairmel kenn ich eigentlich nicht weiter, als auf dieser Platte. Haben wohl ebenfalls einige Releases auf No Idea rausgebracht und existieren schon länger nicht mehr. Also zumindest hat Discogs nach 2002 keine neuen Releases mehr gelistet. Und auf ihrer MySpace-Seite steht „Lately, 3 of us play in Watson, 2 of us play in Vaginasore jr, 1 of us plays in Too Many Daves, and 1 of us plays in King Friday.“ Okay, denke mal aufgelöst. Schade eigentlich. Klingen irgendwie nach Jawbreaker meets Texas Is The Reason bei den beiden Songs. Weil in Sachen Hit-Potential geht der Kelch an Clairmel. Hab auch noch ein Live-Mitschnitt gefunden:

Schöne Platte, sieht gut aus, rumpelt gut, macht Spaß!

Kommentar verfassen