7" Rezension

At The Drive-In – One Armed Scissor

Als damals die „Relationship of command“ rauskam, fuchtelten auf einmal alle Indie/Alternative-Schreiberlinge wie wild mit den Armen rum und behaupteten, ATDI sind das große neue Ding. Lange nicht so innovationslos und prollig wie Limp Bizkit, Papa Roach und der ganze abgehalfterte NuMetal-Zirkus. Das war was neues, naja Fugazi hatten das 15 Jahre vorher auch schon gemacht, das hat alles nochmal auf den Kopf gestellt. Und auch ich war fasziniert von den Breaks, Tempiwechseln und so viel Emotionen, die die Wuschelköppe aus El Paso/TX in Ihre Songs legten. Da klang keiner wie der andere und doch leidete man immer mit, wenn Cedric sich wie ein Berserker durch sein Gemüt wühlte. Schade, dass sie sich bald danach aufgelöst haben. Die Reunion letztes Jahr hak ich mal als unter ferner liefen ab. Interessiert mich jetzt nicht mehr sooo dolle. Damals wäre ich aber beinahe in Berlin zum Konzert gewesen, hatte sich aber irgendwie zerschlagen, weiß leider nicht mehr warum.

„One Armed Scissor“ ist natürlich der Kracher des Albums, durfte und darf auf keiner vernünftigen Alternative-Party fehlen und für mich ein must have. Ich war ehrlich gesagt erstaunt, dass davon überhaupt ein 7zoller heraus gekommen ist. Musste aber feststellen, dass die damals auch schon einen Hang zum Vinyl hatten und fast alles auch auf Platte gepresst haben.
Ja das Cover ist recht unspektakulär mit dem trojanischen Pferd vorne drauf. Auf der B-Seite ist dann „Pattern against user“ ebenfalls vom Album und das fantastische „Incetardis“. Einmal mehr der Beweis für den damals schon hyperkreativen Output der Band, der sich dann ja unter The Mars Volta fortsetzte. Cedric brüllt und kreischt, herrlich. So muss das sein.

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